Werkstatt

Die Bürstenmacherei ist ein jahrhundertealtes Handwerk, das inzwischen fast vollständig verschwunden ist. Im Produktionsbetrieb des Nikolauspflege Haus des Blindenhandwerks in Esslingen fertigen blinde und stark sehbehinderte Mitarbeiter noch nach alter Bürsten- und Pinselmacher-Tradition in Handarbeit Waren von hervorragender Qualität.

Bei der Herstellung reicht eine Bündelabteilmaschine dem Blinden jeweils ein Borstenbündel im gleichen Umfang. Mittels eines Führungsdrahtes wird das Borstenbündel in der Mitte umgelegt und fest in den Bürstenkörper eingezogen. Das wiederholt sich bei einem Staubbesen von 50 cm Breite ganze 333 Mal – bis der Bürstenkörper komplett „beborstet“ ist. Ein aufwändiges Verfahren, das im Gegensatz zu maschinell hergestellten Produkten viele Vorteile hat: Der fortlaufende Führungsdraht garantiert, dass die einzelnen Borstenbündel dauerhaft und ausfallsicher im Bürstenkörper gehalten werden.

Um die Bürste fertig zu stellen, schließt sich das Korrekturschneiden der Beborstung und das Zusammenfügen der Bürstenkörperteile an. Und fertig ist ein hochwertiges, handgefertigtes Produkt mit langer Lebensdauer.