Beschäftigungsquote und Höhe der Ausgleichsabgabe

§ 71 Abs. 1, § 77 SGB IX (Stand: 07.09.2007)


Beschäftigungsquote

Private und öffentliche Arbeitgeber mit jahresdurchschnittlich monatlich mindestens 20 Arbeitsplätzen haben auf wenigstens 5% der 
Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Abweichend davon haben Arbeitgeber mit jahresdurchschnittlich monatlich weniger als 40 Arbeitsplätzen jahresdurchschnittlich je Monat einen schwerbehinderten Menschen, Arbeitgeber mit jahresdurchschnittlich monatlich weniger als 60 Arbeitsplätzen jahresdurchschnittlich je Monat zwei schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen.


Ausgleichsabgabe

Solange Arbeitgeber die vorgeschriebene Zahl schwerbehinderter Menschen nicht beschäftigen, entrichten sie für jeden unbesetzten Pflichtarbeitsplatz für schwerbehinderte Menschen eine Ausgleichsabgabe.

Die Ausgleichsabgabe beträgt je unbesetzten Pflichtplatz:

– 
105 Euro bei einer jahresdurchschnittlichen Beschäftigungsquote von 3% bis weniger als dem geltenden Pflichtsatz von 5%,

– 
180 Euro bei einer jahresdurchschnittlichen Beschäftigungsquote von 2% bis weniger als 3%,

– 
260 Euro bei einer jahresdurchschnittlichen Beschäftigungsquote von weniger als 2%.


Für Kleinbetriebe geltende Sonderregelungen

Für Arbeitgeber mit jahresdurchschnittlich weniger als 40 zu berücksichtigenden Arbeitsplätzen bei einer jahresdurchschnittlichen Beschäftigung von weniger als einem schwerbehinderten Menschen beträgt die Ausgleichsabgabe 105 Euro und für einen Arbeitgeber mit jahresdurchschnittlich weniger als 60 zu berücksichtigenden 
Arbeitsplätzen bei einer jahresdurchschnittlichen Beschäftigung
von weniger als zwei schwerbehinderten Menschen 105 Euro und 
bei einer jahresdurchschnittlichen Beschäftigung von weniger als einem schwerbehinderten Menschen 180 Euro.


Anrechnung von Aufträgen auf die Ausgleichsabgabe

§140 SGB IX (Stand: 07.09.2007):

Arbeitgeber, die durch Aufträge an anerkannte Werkstätten für 
behinderte Menschen zur Beschäftigung behinderter Menschen 
bei­tragen, können 50% des auf die Arbeitsleistung der Werkstatt entfallenden Rechnungsbetrages solcher Aufträge (Gesamtrechnungsbetrag abzüglich Materialkosten) auf die Ausgleichsabgabe anrechnen. Beim Kauf unserer Blindenware kann also die auf der Rechnung ausgewiesene Arbeitsleistung der blinden Menschen 
mit 50% auf die Ausgleichsabgabe angerechnet werden, wenn Sie die geforderte Anzahl von schwerbehinderten Menschen in Ihrem Unternehmen oder Betrieb nicht beschäftigen.

Dabei wird die Arbeitsleistung des Fachpersonals zur Arbeits- und
Berufsförderung berücksichtigt, nicht hingegen die Arbeitsleistung sonstiger nicht behinderter Arbeitnehmer. Auch die bezogene 
Zusatzware kann nicht angerechnet werden.
Bitte beachten Sie hierzu auch unseren Ausgleichsabgabe-Rechner auf unserer Homepage www.nikomanufakt.de

Unser Betrieb arbeitet auch nach dessen Abschaffung nach dem Blindenwaren-Vertriebsgesetz und ist vom Regierungspräsidium seit 1955 als gemeinnützig anerkannt. Seit 1987 sind wir Ausbildungsbetrieb in Zusammenarbeit mit dem Berufsbildungswerk Stuttgart der Nikolauspflege.

Die Beschäftigung der von uns betreuten blinden und sehbehinderten Mitarbeiter in Baden-Württemberg, auch der Auszubildenden, die aus dem ganzen Bundesgebiet kommen, stellt eine große soziale Aufgabe dar, die wir dank Ihrer Mithilfe und Unterstützung bewäl­-tigen können.
 
Mit freundlicher Empfehlung


Haus des Blindenhandwerks gemeinnützige GmbH